Stiftungsurkunde

Das Original des Stiftungsbriefes von Barbara von Zipplingen ist heute noch erhalten und wird im Staatsarchiv Ludwigsburg aufbewahrt. Abschriften aus späteren Zeiten liegen bei den Onolzheimer Pfarrakten.

Ich, Barbara von Zipplingen, Caroli Truchseß, den man nennet Grener, selig verlassene eheliche Wittibe; nachdem die ehrsame Schultheiß, Dorfmeister und ganze Gemeind des Dorfs Onolzheim, gelegen in der Pfarr zu Crailsheim, Würzburger Bistums, zu Lob und Ehren Gott dem Allmächtigen, seiner Mutter der Jungfrau Mariä und allen Heiligen jetzt und zu jüngst mit einmütigem Herzen, guter Vorbetrachtung, darum gehabt angefangen eine ewige Kaplanei oder Meß zu stiften und aufzurichten. Haben auch insgemein und in Sonderheit die gemeldte Messe oder Kaplanei nach ihrem Vermögen, mildeglichen mit Gütern, Zinsen und Gefällen begabet und zugeeignet, und sind die Zins und Gült von zehen Ingesessenen zue Onolzheim zu der ob gedachten Kaplanei gekauft und gegeben. Item: 3 Tagewerk Wiesen, gelegen bei Onolzheim nach dem besten. Item: 2 Morgen Ackers sollte die Gemeind all Jahr bauen in ein jegliches, den Samen und den Mist soll schicken der Kaplan. Holz genug hat der Kaplan in dem Gemeindeholz. Item: Ein Krautgarten gelegen in dem Dorf. Item: Eine ewige Kuh. Es soll auch ein jeder Kaplan und Besitzer der gemeldten Kaplanei alle Wochen verbunden sein, drei Messen zu lesen, dazu dem Pfarrer zu Crailsheim Zucht und Ehre erbieten. Dem allen nach bitte ich obgenannte Barbara mit samt der Gemeind des Dorfs zu Onolzheim den hochwurd1gen Fürsten und Herrn, Herrn Rudolphen Bischofen zu Würzburg und Herzogen zu Franken unsern gnädigen Herrn, daß Seine Gnade die gedachte Kaplanei in obgemeldter Form gnädiglich geruhe zu bestätigen, den Kaplan gegenwärtiglichen, mit Namen Herrn Michael Klingern, den ersten Besitzern darauf zu investieren und mit anderen Notdürften gnädiglich versorgen, als sich die Notdurft heischt. Geben mit meinem Barbara von Zipplingen anfangenden Innsiegel, dessen wir Dorfmeister und die Gemeinde zu diesen Zeiten mit ihr gebrauchen und gemein haben. Nach Christi, unseres lieben Herrn Geburt 1476sten Jahres auf Freitag nach Peterstag.