Onolzheimer Hammeltanz Menü
Der Büttel in dunkelblauer Uniform mit Pickelhaube sitzt lachend neben einem Schaf – Foto vergrößern

So wird der Hammel ertanzt

Der traditionelle Kirchweihmontag Schritt für Schritt

  1. Schon am Vormittag beginnt der Festtag

    Der Hammeltanz beginnt lange vor der eigentlichen Tanzrunde. Am Vormittag holen die Tänzer den Kletterbaum und weitere kleine Bäume. Sie werden zum Festplatz gebracht, dort aufgestellt und mit allerlei Dingen behängt. Lange Zeit fand der Hammeltanz auf der „Kropfwiese“ statt, heutzutage auf dem Sportplatz. Kletterbaum und Maibaum gehören damit seit vielen Jahren zum vertrauten Bild des Kirchweihmontags.

    Mehrere Männer richten mit langen Holzstangen einen hohen Baum auf, an dessen Spitze ein großer Kranz mit bunten Bändern und kleinen angehängten Dingen hängt; ringsum auf der Wiese mit Bändern geschmückte Bäumchen, dahinter ein Flachbau und eine blaue Fahne. – Foto vergrößern
  2. Der Festzug zieht durch die Straßen

    Am Nachmittag holen die Hammeltänzer ihre Tänzerinnen ab. Danach setzt sich der Festzug durch Onolzheim in Bewegung. Voran marschiert die Onolzheimer Musikkapelle. Es folgen der geschmückte Hammel, der Büttel, die Tanzpaare und eine historische Trachtengruppe. Früher trugen die Tanzpaare selbst die Onolzheimer Tracht; später erschienen sie modern gekleidet. Daran schließen sich Wagen und Gruppen mit Motiven aus der Onolzheimer Geschichte oder anderen Themen an. Barbara von Zipplingen gehört dabei traditionell zum historischen Bild.

    Schwarz-Weiß-Aufnahme: Eine Blaskapelle in Tracht und mit dunklen Hüten marschiert über eine Dorfstraße, bei ihr ein Schaf; am Straßenrand stehen Zuschauerinnen und Zuschauer vor alten Häusern. – Foto vergrößern
    Historische Aufnahme
  3. Urkunde, Prolog und Bändertanz

    Mit dem Verlesen einer nachgefertigten Stiftungsurkunde Barbaras von Zipplingen wird der Hammeltanz offiziell eröffnet. Der Büttel begrüßt die Gäste mit seinem Prolog. Die Volkstanzgruppe zeigt den Bändertanz, bevor schließlich der eigentliche Hammeltanz beginnt. Historische Figuren, Musik und Tanz greifen dabei ineinander und führen zum Höhepunkt des Kirchweihmontags.

    Schwarz-Weiß-Aufnahme: Vor mit Bändern geschmückten Bäumchen stehen eine Gestalt in Wappenrock und Federhut, ein Mann mit hohem Hut und langem dunklem Mantel und ein Mann in Uniform mit Schirmmütze, der Blätter in der Hand hält und neben einem Mikrofon steht; im Vordergrund Zuschauende von hinten. – Foto vergrößern
    Historische Aufnahme
  4. Der Degen wandert – nur der Büttel kennt den Moment

    Jedes Tanzpaar trägt eine Nummer. Das erste Paar erhält vom Büttel einen Degen, der während des Tanzes von Paar zu Paar weitergereicht wird. Runde um Runde wandert der Degen weiter. Wie lange getanzt wird, weiß niemand aus dem Kreis der Tanzpaare: Der Büttel stellt den Wecker und nur er kennt den Zeitpunkt, zu dem das Signal ertönen wird. Genau diese Ungewissheit macht den Hammeltanz für Tanzpaare und Zuschauer so spannend. Klingelt der Wecker, entscheidet allein der Augenblick: Das Paar, das in diesem Moment den Degen in der Hand hält, ist das Siegerpaar – und gewinnt den Hammel.

Tradition lebt vom Mitmachen

Vom Siegerpaar bis zur Nachkirchweih – der Hammeltanz geht weiter

Früher Kerze, heute Wecker

Der heutige Wecker ist selbst Teil einer Entwicklung. Ursprünglich soll eine Kerze das entscheidende Signal gegeben haben. In sie war ein Geldstück eingeschmolzen. Brannte die Kerze herunter, fiel das Geldstück schließlich heraus. In genau diesem Augenblick stand das Siegerpaar fest. Später übernahm der vom Büttel gestellte und am Kletterbaum versteckte Wecker diese Aufgabe. Der Zeitpunkt bleibt geheim – nur der Büttel weiß, wann das Signal ertönen wird.

Der Abend in der Turn- und Festhalle

Mit der Entscheidung auf dem Festplatz ist der Kirchweihmontag noch lange nicht vorbei. Heute zieht das Siegerpaar am Abend gemeinsam mit den anderen Hammeltanzpaaren in die Turn- und Festhalle Onolzheim ein. Dort wird das Siegerpaar noch einmal gefeiert und der Hammeltanz findet seinen geselligen Abschluss. Anschließend wird in der Halle weitergetanzt und gemeinsam gefeiert. So verbindet sich der traditionelle Wettbewerb auf dem Festplatz mit dem gemeinsamen Fest am Abend.

Am folgenden Samstag: Das Fest des Siegerpaares

Auch die Nachfeier ist bis heute fester Bestandteil der Tradition. Am Samstag nach dem Hammeltanz wird der gewonnene Hammel verzehrt. Das Fest findet in der Turn- und Festhalle Onolzheim statt und wird vom Siegerpaar ausgerichtet. Das Siegerpaar lädt dazu Freunde und Bekannte sowie Organisatoren und weitere Wegbegleiter des Hammeltanzes ein. Was schon früher zum Brauch gehörte, wird damit bis heute fortgeführt: Der Gewinn des Hammels endet nicht mit dem Sieg, sondern wird gemeinsam gefeiert.

Der Hammeltanz-Ausschuss

Seit vielen Jahrzehnten besteht der Hammeltanz-Ausschuss. Er ist kein Verein, sondern eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Onolzheimer Hammeltanz als historischen Vorgang zu erhalten. Dazu gehört, möglichst jedes Jahr ein neues Motto für den Kirchweihfestzug festzulegen. Aus diesem Motto ergibt sich der organisatorische Ablauf des Festzuges. Die Gestaltung der einzelnen Wagen bleibt dagegen den teilnehmenden Gruppen selbst überlassen.

550 Jahre – ein Jubiläum für den ganzen Ort

2026 blickt Onolzheim auf 550 Jahre Hammeltanz zurück. Das Jubiläum erinnert an Generationen von Tänzerinnen und Tänzern, Musikern, Bütteln, Festzugsteilnehmern, Helfern und Organisatoren. Zugleich zeigt es, dass Tradition nur bestehen kann, wenn sie immer wieder neu gelebt wird – auf den Straßen, auf dem Festplatz, in der Turn- und Festhalle und beim gemeinsamen Fest des Siegerpaares am folgenden Samstag.

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