Onolzheimer Hammeltanz Menü

550 Jahre Hammeltanz

1476 – 2026 | Zwischen Überlieferung, Brauchtum und Ortsgeschichte

Von 1476 (Überlieferung) bis 2026 (Jubiläum): 550 Jahre Hammeltanz

Ein Fest, das zu Onolzheim gehört

Der alljährlich am Kirchweihmontag stattfindende Hammeltanz ist aus Onolzheim nicht wegzudenken. Schon die Crailsheimer Oberamtsbeschreibung bezeichnete ihn als einen sehr alten Brauch. Über viele Generationen hinweg haben Onolzheimerinnen und Onolzheimer die überlieferten Rollen, Abläufe und Geschichten weitergetragen. Gerade deshalb ist der Hammeltanz heute weit mehr als ein Programmpunkt der Kirchweih: Er ist ein Stück Ortsgeschichte, das jedes Jahr neu lebendig wird.

Barbara von Zipplingen und die Stiftung des Hammels

Die örtliche Überlieferung bringt den Ursprung des Hammeltanzes mit Barbara von Zipplingen in Verbindung. Danach soll die Ortsherrschaft den Hammel gestiftet haben. Einen unmittelbaren urkundlichen Beleg für diese Stiftung gibt es allerdings nicht. Die Geschichte wurde vielmehr über Generationen weitererzählt und gehört heute fest zur Tradition des Festes. So begegnet Barbara von Zipplingen nicht nur in der Erzählung, sondern auch im historischen Teil des Festzuges.

Die Sage von der „Guten Frau“

Eine mündliche Überlieferung berichtet, Barbara von Zipplingen habe in Onolzheim ein Haus besessen. Der genaue Standort sei später nicht mehr bekannt gewesen. Im Keller des Gebäudes sollen zwei sichtbare Gewölbe und unterirdische Gänge gelegen haben, die ihr als Fluchtwege gedient hätten. Barbara sei häufig vor Verfolgern auf der Flucht gewesen. Wenn sie in Onolzheim erschien, habe man sich im Ort bemüht, sie zu schützen und vor ihren Feinden zu verbergen.

Matthiaswecken und Kirchweih

Historisch nachweisbare Spuren aus dem 17. und 18. Jahrhundert

Ein alter Brauch ist schriftlich belegt

Während die Stiftung des Hammels vor allem aus der Überlieferung bekannt ist, lässt sich ein anderer Onolzheimer Brauch anhand alter Rechnungen nachvollziehen: die Verteilung von Matthiaswecken. In den Heiligenpflegerechnungen der Jahre 1656 bis 1716 wird diese Stiftung genannt. Sie wird auf Matthias Horn zurückgeführt. Die Rechnungen bezeichnen ihn als Pfarrer; tatsächlich war Matthias Horn Bürger in Crailsheim. Sein Sohn Heinrich war von 1555 bis 1592, sein Enkel Johannes anschließend bis 1599 Pfarrer in Onolzheim.

Wecken für Arme und Kinder

Die Wecken wurden ursprünglich am Matthiastag, dem 24. Februar, in der Kirche an Arme und Kinder verteilt. Für ihre Beschaffung wurde später Geld aus den Zinsen eines von der Heiligenpflege ausgeliehenen Kapitals verwendet. Damit ist dieser Brauch nicht nur als Erzählung überliefert, sondern in historischen Abrechnungen greifbar. Er zeigt, wie eng kirchliches Leben, Fürsorge und örtliche Festtradition miteinander verbunden waren.

Warum der Termin in den September wanderte

Etwa ab 1755 wurde nicht mehr der Matthiastag im Februar, sondern der Matthäustag am 21. September als Tag der Austeilung genannt. Das dürfte mit der Verlegung des Kirchweihtages auf den Sonntag nach Matthäi zusammenhängen. In dieselbe Zeit fällt der Neubau des Kirchenschiffes im Jahr 1755. Aus einem ursprünglich im Winter begangenen Brauch rückten die Wecken damit zeitlich näher an die Kirchweih.

Von Matthiaswecken zu Kirchweihküchle?

In der zweiten Hälfte des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts sprach man von Matthias- beziehungsweise Matthäuswecken. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde dieser Brauch offenbar aufgegeben. In früherer Zeit gehörte außerdem dazu, dass die „Blodzmaaden“, die Mädchen der historischen Trachtengruppe, insbesondere zur Freude der Kinder kostenlos Kirchweihküchle verteilten. Diese Verteilung findet heute nicht mehr statt, bleibt aber ein Teil der überlieferten Geschichte des Hammeltanzes.

Kerwa ist Kirchweih!

Barbara von Zipplingen hat vor 550 Jahren nicht nur unser traditionsreiches Fest gestiftet, sondern auch eine Kaplanei mit eigenem Pfarrer für unser Dorf einrichten lassen. Zu diesem Anlass gab sie in der Glockengießerei Lachaman in Heilbronn 1475 eine Glocke in Auftrag. In der Sakristei der Marienkirche hängt eine Liste mit den Namen aller Pfarrer, die seitdem durchgängig in unserem Dorf gewirkt haben.

Seitdem läutet unsere mittlere Kreuzglocke und hat die Jahrhunderte unbeschadet überdauert. Sie wurde zum großen Glück in Kriegszeiten nie eingeschmolzen, sondern hat auf wundersame Art und Weise die Zeiten überdauert.

Sie ist der Jungfrau Maria geweiht und trägt die mittelalterliche Inschrift: „Osanna heis ich in unser lieben fraven ier levt man mich“. In heutigem Deutsch: „Hosanna (hebräisch für ‚der Herr sei gnädig‘) heiß ich in unserer lieben Frauen hier läutet man mich.“

Als drittälteste Glocke in Hohenlohe läutet sie jeden Tag um 11 Uhr zur Erinnerung an die Verdunkelung des Himmels am Tag der Kreuzigung, wie es in den Evangelien berichtet wird, und um 15 Uhr zur Todesstunde Jesu. Sie lädt die Dorfgemeinschaft zum Gottesdienst ein und ruft zu Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und Aussegnungen. Wieviel Freud und Leid unseres Dorfes könnte diese Glocke erzählen… Sie ist älter als die Entdeckung der Neuen Welt/Amerikas!!

Im Zuge der Sanierung der Glockenstube wurde sie neu aufgehängt und ihr harter Klöppel durch einen weicheren, glockenschonenderen ersetzt. Die neue Aufhängung mit Eichenjochen statt Stahljochen verleiht ihr wieder einen warmen und melodischen Klang. Die Sanierung als Generationenauftrag hat sich zum Erhalt des Wahrzeichens unseres Dorfes mehr als gelohnt und die Kirchengemeinde dankt allen Spendern und Unterstützern!

550 Jahre: Hammeltanz-Anstecker

Limitierter Hammeltanz-Anstecker

zum 550-jährigen Jubiläum

Nur 5 € pro Anstecker

Hochwertiges, emailliertes Zinn

Erhältlich in allen Vorverkaufsstellen:

  • Sparkasse Crailsheim
  • Bäckerei Glück
  • Medicampus
  • Stadtverwaltung Crailsheim
  • Hohenloher Tagblatt Shop
Festprogramm